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Vernissage "GLEICH. FREI. SICHTBAR."

Frank Schulze

30 Aug 2026

Ausstellungseröffnung mit viel positiver Resonanz auf kritische Arbeiten zu einem gesellschaftlich hochrelevante Thema


Großen Interesses erfreute sich die Eröffnung der Ausstellung "GLEICH. FREI. SICHTBAR." am 28. August in Baiertal. In Kooperation mit dem Bündnis Demokratie & Toleranz Wiesloch e.V., dem PfD Wiesloch und der Schatzkammer Grundrechte präsentiert die Galerie Zedlitz viel Wissenswertes über die Geschichte der "Mütter des Grundgesetzes" sowie künstlerische Arbeiten rund und das Thema "Gleichberechtigung". Zahlreiche Besucher und viele interessante Gespräche verliehen der Veranstaltung einen würdigen Rahmen und zeigten, dass die Thematik auch mehr als 75 Jahre nach der Veröffentlichung des Grundgesetzes aktueller denn je erscheint.

Wer Wird gesehen?


Ich bin diesmal mit überwiegend grafischen Arbeiten auf der Ausstellung vertreten. Die Bilder setzen unterschiedliche Gesichter und Figuren in Beziehung zueinander. Sie treten gleichzeitig hervor und verschwinden wieder ineinander. Die Werke stellen die Frage, wessen Blick zählt und wer sichtbar wird.
Alle Bilder zeigen Identität nicht als starre Grenze, sondern als Beziehung. Sie erinnern daran, dass Gleichberechtigung nicht im Angleichen besteht, sondern darin, jedem Menschen denselben Raum zum Sichtbarwerden zu geben.
Ich verstehe Gleichberechtigung als fortwährende Aufgabe, allen Menschen dieselbe Präsenz, Würde, Teilhabe und Sichtbarkeit zuzugestehen. Unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Alter oder sonstigen gesellschaftlichen Klischees und Rollenbildern.

»Auf Augenhöhe«

Zwei – oder drei? – Gesichter begegnen sich und verschmelzen miteinander. Unterschiedlich in Form und Ausdruck, doch gleichwertig in ihrer Präsenz.


Die fließenden Übergänge stehen für Verbundenheit, ohne Individualität aufzulösen.


Gleichberechtigung zeigt sich, wo Verschiedenheit sichtbar sein darf und niemand aus dem Blick gerät. Die ineinander verwobenen Porträts erzählen von Nähe, gegenseitiger Wahrnehmung und Wertschätzung.

Es geht um die Anerkennung unterschiedlicher Identitäten auf Augenhöhe


»Licht und Schatten« Die hellen und dunklen Silhouetten stehen für Erfahrungen von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit.


Manche treten in den Vordergrund, andere scheinen zu verschwinden. Das Bild versteht Gleichberechtigung als den Anspruch, allen Menschen den gleichen Raum, die gleiche Freiheit und die gleiche Sichtbarkeit zuzugestehen.


Zwischen Licht und Schatten stellt sich die Frage, wer gesehen wird, wer übersehen wird und welche Rollen gesellschaftliche Zuschreibungen dabei spielen.


»Ungleich gleich«

Viele Figuren. Jede ist anders. Keine tritt hervor. Keine verschwindet. Aber alle unterscheiden sich in Größe, Kontur und Präsenz.


Gleichberechtigung bedeutet nicht Gleichförmigkeit, sondern gleiche Würde, gleiche Rechte, unterschiedlich zu sein und dennoch den gleichen Wert einzunehmen.


Die einzelnen Formen überlagern sich, stehen eng beieinander. Sichtbarkeit entsteht dort, wo Vielfalt nicht trennt, sondern verbindet.


»Zwischen den Linien«

Den Vordergrund dominieren männliche Köpfe mit kantigen Gesichtszügen. Im Mittelgrund dahinter ist die Silhouette einer gesichtslosen Frauenfigur erkennbar.


Die gesamte Fläche wird überlagert von ineinander verschachteltengeometri-schenFormen und Linien. Sie ordnen, begrenzen und verbinden zugleich und stehen für gesellschaftlich etablierte Klischees, Muster, Strukturen, Barrieren, Normen und Rollenbilder.


Dazwischen bilden sich Wege, Türen, Fenster oder Institutionen, deren Zugänge sich wahlweise öffnen aber auch verschlossen bleiben können.


»Auf Augenhöhe«

Zwei anonymisierte Figuren begegnen sich auf Augenhöhe, ohne erkennbare Merkmale wie Geschlecht, Alter oder Herkunft. Gerade das Fehlen individueller Gesichtszüge lenkt den Blick weg von Zuschreibungen und hin auf das Menschsein.


Beide Figuren erscheinen gleich groß, gleich präsent und gleich wichtig – niemand dominiert den anderen.

Wo Geschlecht, Herkunft oder Rollenbilder in den Hintergrund treten, wird sichtbar, was Artikel 3 des Grundgesetzes formuliert: Gleichberechtigung beginnt mit der Anerkennung des anderen als ebenbürtig.


»Gleich. Frei. Sichtbar.«

Unterschiedliche Spuren formen eine gemeinsame Gegenwart. Das Bild erzählt von Menschen, die den gleichen Raum teilen und den gleichen Zugang zum Licht suchen.


Gleichberechtigung erscheint hier nicht als fertiger Zustand, sondern als gemeinsamer Weg zu Freiheit, Sichtbarkeit und Teilhabe.






»Justitia stehen die Haare zu Berge...«


... wenn ein gesellschaftlicher Missstand so ungeheuerlich ungerecht und absurd erscheint, dass selbst die personifizierte Verkörperung des Rechts vor Entsetzen und Empörung die Fassung verliert.





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